1. Fruta ft. L Loko XEN 2:31
  2. Nasty Girl EAZ ft. XEN & Ledri Vula 4:29
  3. Cash mit de Gang XEN 5:40
  4. OG Kush XEN 3:11
  5. Kei neui Kollege 3:36
  6. Down mit de Clique ft. EAZ & LIBA XEN ft. EAZ & LIBA 4:55
  7. Mini Zit XEN 3:08
  8. Ich weiss no XEN 3:57
  9. Alé EAZ & XEN 4:09
  10. Mit Dä Homies XEN & EAZ 3:43
  11. Clap Mitem Ass XEN & EAZ 3:22
  12. Don't Give a Fuck XEN, EAZ & LIBA 4:26
  13. Mozart XEN, EAZ & LIBA 3:59
  14. Träum XEN, EAZ & LIBA 5:14
  15. Virus X XEN 4:17
  16. Sit Tag 1 XEN & EAZ 4:04
  17. Immer scho da gsi XEN 4:23
  18. Django XEN & LIBA 4:18

Xen hat Schweizer Rap neu erfunden. Nie klang er dringlicher, präziser, echter. So wurde der Zürcher mit kosovarischen Wurzeln zur Stimme einer ungehörten Generation. Nun meldet er sich mit seinem zweiten Album zurück. Auf “Lieblingsrapper” kanalisiert Xen seine Energie in die besten Songs, die er je geschrieben hat. Aus dem Ausnahmetalent ist ein kompletter MC geworden – und der wohl wichtigste Künstler seiner Zeit.

 

When Xen said ‘Rap ist meine Bestimmung, he really felt that. Und sehr, sehr viele andere auch. Es ist, als schneide jedes seiner Worte durch die Masse an Mittelmaß, dieses Grundrauschen aus 808, Autotune und den immergleichen Phrasen selbsterklärter Superstars. Was Xen sagt, geht direkt ins Herz der Menschen. Er ist einer dieser selten Künstler, die den Unterschied ausmachen, die Geschichte ihres Genres in ein Davor und Danach teilen. Schweizer Rap fühlt sich anders an jetzt. Präziser. Dringlicher. Echter.

 

Shkelzen Kastrati, wie Xen mit bürgerlichen Namen heisst, wurde 1990 in Zürich geboren. Schon in frühen Jahren kam er durch seinen älteren Bruder mit der HipHop-Kultur in Berührung. Seine Familie erinnert sich, wie er bereits als Fünfjähriger seine Lieblingssongs mit seinem Fantasie-Englisch nachsang. Er verstand kein Wort. Aber die Intensität dieser Musik zog ihn magisch an, genauso wie die Aufmerksamkeit seiner Mitmenschen. Mit acht Jahren begann er mit dem Beatboxen. Wenig später schrieb er seine ersten Texte, inspiriert von 2Pac, N.W.A., Biggie und Nas, aber auch von deutschen Künstlern wie Kool Savas oder Sido. Darin verarbeitete er auch seine Kindheit im Kreis 4, ohne Mutter und mit einem Vater, der kaum je zu Hause war. Rap wurde zu seinem Leben.

 

Zunächst rappte Xen auf Hochdeutsch, bald wechselte er zu Schweizerdeutsch, weil “er es einfach gefühlt hat.” Mit dem Fühlen war er nicht alleine. Mit jeder Strophe wuchs seine Gefolgschaft – obwohl ihn die Torwächter der Szene ignorierten. Es gab keine Blaupause für das, was Xen machte, keine Lobby. “Schweizer Rap gibt es für mich erst seit uns,” fasst Xen gewohnt pointiert und kontrovers zusammen. Er fühlte sich alleine. Doch genau aus diesem Gefühl bezog er seine Kraft und Anziehungskraft. Einer gegen alle, für eine bessere Zukunft.

 

Mit seinem Debütalbum stieß Xen 2015 schließlich in das vor, was man gemeinhin Mainstream nennt. “Ich gäge mich” stieg auf Platz 4 der Albumcharts ein und hielt sich dort ganze elf Wochen lang, beinahe trotzig. Seither hat das Album Gold- und unbestrittenen Klassikerstatus erlangt. Dieser Erfolg ist besonders wertvoll, weil er gegen jede Regel der Wahrscheinlichkeit passierte. Xen kam aus dem gefühlten Nichts und hat es ganz nach oben geschafft, ohne Gimmicks, ohne großes Label. Er hat bewiesen, dass man weder eine Standleitung zu den Entscheidern der Branche braucht noch reißerische Räuberpistolen auf Insta & Co., sondern lediglich Talent, Leidenschaft und harte Arbeit. In anderen Worten: Xen hat einfach sein Ding gemacht. Heute lebt er seinen Traum und gibt damit anderen ihren eigenen. Das macht ihn zu einem der wichtigsten, wenn nicht dem wichtigsten Schweizer Künstler seiner Zeit.

 

Wie legt man aus dieser Position das zweite große Album vor? Wenn alle gucken, die Konkurrenz argwöhnisch, die Fans voller Hoffnung? Xen war in den Jahren seit “Ich gäge mich” immer präsent: mit einem Crew-Sampler seines Labels Physical Shock, diversen Auftritten beim Openair Frauenfeld und indirekt, in den unzähligen Newcomern, die er inspiriert hat. Er hat sich in Form gehalten, aber nicht verrückt machen lassen von der irren Pace unserer Zeit. Stattdessen feilte er beharrlich an einem Album, das seinen Fähigkeiten und seinem Status gerecht wird – ganz so, wie er es von den Helden seiner Jugend gelernt hat. Das Gerüst des Songs “Ruhm” etwa stand sogar schon, bevor “Ich gäge mich” erschien. Gut Ding will eben Weile haben. Wenn es so gut werden soll wie “Lieblingsrapper”, auch mal ein halbes Jahrzehnt.

 

War “Ich gäge mich” noch von persönlichen Kämpfen der Vergangenheit geprägt – Xen selbst nennt es eine “Selbsttherapie” und sagt, das Album habe ihm “das Leben gerettet” – geht er nun den nächsten Schritt. “Lieblingsrapper” ist authentischer, technisch brillanter, emotionaler Straßenrap auf einem neuen musikalischen Level. “Ich wollte ein Album machen, dass auch ein Deutscher oder Amerikaner fühlen kann – egal, ob er es versteht oder nicht.” Das spürt man in jedem Moment. Egal ob er seinem Vater Dank sendet und damit eine ganze Generation von Secondos repräsentiert (“Meh welle”), die Vergänglichkeit von Freundschaft und Fame verarbeitet (“Nomal läbe”) oder einfach nur seine Rolle als Einzelkämpfer und Ausnahmeerscheinung zelebriert (“Gib kein Fick”), Xen hat all die Erfahrungen der vergangenen Jahre in die reifsten Songs gefasst, die er je geschrieben hat. Gesungene Passagen wechseln sich ab mit irren Flow-Gewittern. Jeder Beat sitzt. Jedes Wort hallt nacht.

 

“Lieblingsrapper” ist vielseitig und doch aus einem Guss. Es ist tiefgründig und technisch anspruchsvoll, dabei aber maximal eingängig und von dieser ungefilterten Direktheit, die Xen berühmt gemacht hat. “Schwiizer Rap ist nur ein Körper, hat kein Kopf mehr”, rappt Xen auf dem Titelsong. Die Auflösung dieser Zeile muss man sich dazudenken, aber es dürfte nicht allzu schwer fallen: Rap hat nicht nur seinen Liebling, sondern auch seinen Kopf zurück.

 

Die Musik dazu kommt größtenteils von Physical-Shock-Hausproduzent RoB sowie von langjährigen Freunden wie Chekaa oder Lii. Xen hält es Familie, auch bei den Features. Neben Gleichgesinnten wie L Loko & Drini von Sektion Züri ist auch Stereo Luchs zu hören, noch so eine Stimme der neuen Schweiz: “Gheie guet” ist gleichzeitig Bestandsaufnahme und Manifest für ein besseres Leben. Auf “Nöd wie ich” kommt es schließlich zum Schulterschluss mit der deutschen HipHop-Legende Sido, seinem Bruder im Geiste auf der anderen Seite. Er meint es zwar anders auf diesem Song, aber es stimmt doch: So wie Xen ist niemand und nichts zur Zeit.

 

“Mein Sohn bekommt oft neue Spielsachen”, zieht Xen einen nur auf den ersten Blick abenteuerlichen Vergleich. “Trotzdem spielt er am liebsten mit seinem alten Auto. Ich bin wie dieses Auto. Die Leute kriegen ständig neue Musik. Aber nichts davon berührt sie so wie meine Songs. Ich bin einfach der Lieblingsrapper.”

 

Nasty Girl – EAZ ft. XEN & Ledri Vula

Alé – EAZ & XEN

Mozart – XEN, EAZ & LIBA

Sit Tag 1 – XEN & EAZ

Djange – XEN & LIBA

Sandchaste – XEN

Was ICH Wot – XEN

Lyrische Mörder – XEN

XEN

Xen hat Schweizer Rap neu erfunden. Nie klang er dringlicher, präziser, echter. So wurde der Zürcher mit kosovarischen Wurzeln zur Stimme einer ungehörten Generation. Nun meldet er sich mit seinem zweiten Album zurück. Auf “Lieblingsrapper” kanalisiert Xen seine Energie in die besten Songs, die er je geschrieben hat. Aus dem Ausnahmetalent ist ein kompletter MC geworden – und der wohl wichtigste Künstler seiner Zeit.